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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2018

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Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

Dr. Horst Strohkendl –

Dr. Horst Strohkendl – ein ›Macher‹ für den Rollstuhlsport Foto: Malte Wittmershaus Horst Strohkendl hat in den frühen 1980iger Jahren, selbst noch Studierender an der Sporthochschule Köln, die erste Rollstuhlbasketball‐ Nationalmannschaft für Frauen gegründet. Unter schwierigsten Bedingungen ist es ihm gelungen, aus jungen und älteren Spielerinnen eine Mannschaft zu formen, die in den folgenden Jahren immer erfolgreicher wurde. Bei den Paralympics 1972 debütierte das erste nationale RBB‐Frauenteam mit Erfolg bis heute. In den nächsten Jahren gelang es Horst bei den Länderspielen in Europa, oder bei den Stoke Mandeville Spielen, Kontakte zu den internationalen Verbänden im Rollstuhlbasketball aufzubauen. Er war beispielsweise involviert in der IWBF, ISMG sowie IPC. Dabei lernte er seinen Wegbegleiter und Freund Armand Thiboutot aus Kanada kennen. Die ›funktionelle Spielerklassifizierung‹ war die Essenz aus der Dissertation von Horst. Hervorragend war immer seine didaktische Arbeit, die er mit einer ausgefeilten Methodik präsentierte. Während vorher die Spielerinnen für die Klassifikation durch Ärzte und Physios im Rollstuhlbasketball ›auf den Tisch gelegt wurden‹, konnte die ›funktionelle Spielerklassifizierung‹ während des Spiels durchgeführt werden. Es geht um Kriterien wie die Rumpfstabilität sowie die Beinaktivität des Spielers im Spiel. Dafür beschrieb Horst Kriterien für die Beobachtung. Wer immer diese beherrschte, konnte von nun an – nach einer Prüfung – die Punktevergabe durchführen. Das war ein weiterer Meilenstein auf dem Weg vom Patienten zum leistungsorientierten Sportler. Zusammen mit Armand ›Tip‹ Thiboutot und Bernard Coubariaux etablierte Horst dieses System verbindlich im Rollstuhlbasketball für Menschen mit Behinderungen. Mit der Ausbildung weiterer Klassifizierer verbreitete sich sein System weltweit. Diese etwas sperrige Formulierung – Menschen mit Behinderungen – war sein Prinzip. Für ihn stand immer der Mensch im Vordergrund, nie das Handicap. Er schätzte gleichermaßen Freunde mit und ohne Behinderung. Des weiteren verbesserte Horst Strohkendl die Aus‐ und Fortbildung der Schiedsrichter national und international. Sie mußten nach seinem bewährten Prinzip Rollstuhlfahren lernen, um ihre Beobachtungsgabe für Fouls zu schulen. Weggefährten wie Sir Philip Craven, zu der Zeit Präsident des IWBF, unterstützten ihn dabei. Auf nationaler und internationaler Ebene waren Silvia und Werner Otto als internationale Schiedsrichter wichtige Multiplikatoren für die Ausbildung von Schiedsrichtern. Das Konzept zum Rollstuhlfahren lernen konnte unterschiedlichsten Gruppierungen nahe gebracht werden: Krankenkassen, Mitarbeitern von Sanitätshäusern, MS betroffenen, Schiedsrichtern und Studierenden an der Heilpädagogischen Fakultät der Universität zu Köln. Da war sein Arbeitsplatz. Während es im internationalen und nationalen Rollstuhlbasketball gut lief, lenkte Horst seine Aufmerksamkeit auf eine neue Aufgabe: dem Kinder‐ und Jugendsport. Hier etablierte er zusammen mit Ute und Klaus Herzog Gruppen und Fortbildungsstrukturen in ganz Deutschland. Die Durchführung von Lehrgängen und Fortbildungen sowie die Zusammenarbeit mit dem ASBH verbesserten nachweislich die Rollstuhlversorgung und Mobilität von Kindern im Rollstuhl. Die Eltern profitierten von den erwachsenen Übungsleitern im Rollstuhl. Es wurde ein Selbstläufer. Nicht zuletzt zu sehen an den regelmäßigen Spieltagen im Jugendbasketball. Zusammen mit Tip und der IWBF hat Horst im Jahre 1996 das Buch ›The 50th Anniversity of Wheelchair Basketball‹ herausgegeben. Darin sind auch die internationalen Fixpunkte seines Lebens dokumentiert. Und dann? Rollstuhlrugby in Köln. Mittlerweile ist Rollstuhlrugby international und bei den Paralympics vertreten. Es ist die einzige Rollstuhl‐Mannschaftssportart für Menschen mit Arm‐ und Handhandicap. Keine Frage, wer dahinter stand: Dr. Horst Strohkendl! Nach seiner Pensionierung reiste Horst u. a. nach Uganda, um den Opfern des Bürgerkrieges den Weg zum Rollstuhlsport aufzuzeigen. Horst sagte immer: »Wenn irgendwo etwas ist, dann steht meistens eine Person dahinter, die alles macht«. So einer war Horst Strohkendl – er hat sein Leben lang ›gemacht‹! Wir sind überrascht worden vom Tod unseres ersten Trainers. Er war ein guter Trainer, ein Freund und treibender Motor! Wir sind unendlich traurig und vermissen dich, Horst! Unser Mitgefühl gehört seinen Söhnen Felix und Konstantin und der Familie. Rita Breuer und Martina Tschötschel Die deutsche Damen-Nationalmannschaft 1976 mit Gaby Hartwig, Martina Tschötschel, Rita Laux, Rita Breuer, Silke Boll, Gisela Hermes, Regina Isecke (†) und Trainer Horst Strohkendl. Foto: U. Ehlich 14 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2018

Risiko Harnwegsinfekt. Hollister Einmalkatheter schützen zweifach. Bei Betroffenen, die an einer neurogenen Blasenentleerungsstörung leiden, kann es durch Kontaminierung bei der Katheterisierung zu häufigen Harnwegsinfekten kommen. VaPro-Schutz durch 100 % berührungsfreie Anwendung: 1. Bewährte Schutzhülse: • hilft den Katheter vor dem Kontakt mit Keimen und Bakterien im Eingangsbereich der Harnröhre zu schützen • minimiert das Risiko eines Bakterientransfers in die Harnblase 2. Sterile Folienumhüllung: • ermöglicht die berührungsfreie und sichere Anwendung und reduziert zudem das Risiko eines Bakterientransfers in die Blase • schützt den Katheter signifikant vor Kontamination mit Keimen und Bakterien * * Hudson, E., Murahata, R. I.: The "no-touch" method of intermittent urinary catheter insertion: can it reduce the risk of bacteria entering the bladder? Spinal Cord, 2005; 611–614 Rufen Sie uns an unter 0800 / 1 01 50 23 (gebührenfrei) oder besuchen Sie uns auf www.hollister.de. Kontinenzversorgung People First

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