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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2018

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Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

ROLLIKIDS Mut und

ROLLIKIDS Mut und Vertrauen sind notwendig beim Kippeln lernen. »Physiologische Verbesserungen sind beim Sporttreiben positive Nebeneffekte.« Fotos: DRS-Archiv, Privat Horst Strohkendl 1981 in Oberwesel. de durchläuft. In der Ausbildung erhalten die angehenden Übungsleiter einiges an Werkzeug, das sie in der Praxis erproben, anwenden und anpassen können. In der Ausbildung für den Rehabilitationssport für Menschen mit Rollstuhl geht es noch um viel tiefere Erkenntnisse der Lehre und die Bedeutung der emotionalen Aspekte zwischen Lehrenden und Lernenden tritt intensiver in den Vordergrund. Bei Menschen mit starken motorischen Bewegungseinschränkungen können die Bewegungsängste aus ganz unterschiedlichen Gründen verstärkt sein. Kindern und Jugendlichen fehlen häufig die Vorbilder für ihre Bewegungen im Alltag. Manche wissen gar nicht, dass sie Bordsteinkanten, Schrägen und Unebenheiten sicher befahren könnten. Manche erwachsene Rollstuhlnutzer haben ebenfalls keine Vorstellung von der eigenständigen Mobilität, die sie eigentlich erreichen könnten. Das Mobilitätstraining, der sichere Umgang mit dem Rollstuhl und das Kippeln lernen mit den ›10 Stufen zur Glückseligkeit‹, wie Horst die methodischen Lernschritte zum Erlernen des Balancierens auf den Hinterrädern nannte, sind dabei sicher die grundlegende Fertigkeiten, deren Vermittlung die Übungsleiter in Bereich des Rollstuhlsports beherrschen sollten. Dabei ist die Selbsterfahrung unerlässlich. Der Ansatz in der Ausbildung zum Übungsleiter liegt vor allem in der Stärkung der emotionalen Ebene. Es wurde sehr früh schon beim Sport für Menschen mit Querschnittlähmung erkannt, dass das gemeinsame Sporttreiben enorme positive emotionale Auswirkungen hat und die Lebenskräfte stärkt. SELBSTHILFEEFFEKT VON GROSSER BEDEUTUNG In der Rahmenvereinbarung zum Rehabilitationssport steht: »Der Rehabilitationssport wirkt mit den Mitteln des Sport und sportlich ausgerichteter Spiele ganzheitlich auf die behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen [ … ]« und »Das gemeinsame Üben in festen Gruppen ist Voraussetzung, um gruppendynamische Effekte zu fördern, den Erfahrungsaustausch zwischen den Betroffenen zu unterstützen und damit den Selbsthilfecharakter der Leistung zu stärken.« (Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining, Kap. 2.3 und 2.4). Beim Sport mit Rollstuhlnutzern ist der Selbsthilfeaspekt hinsichtlich vieler Bereiche des Lebens von sehr großer Bedeutung. Viele gesellschaftliche Vorurteile, die das Leben eines Menschen, der zur Fortbewegung einen Rollstuhl benötigt betreffen, prägen häufig noch ein eher negatives Bild, das auch den Kindern vermittelt wird. Daher sind die erwachsenen Rollstuhlnutzer, die mitten im Leben stehen, Freunde und Familie haben, im Berufsleben sind, Hobbys haben, als Vorbilder so wichtig für sie. Auch hinsichtlich der Bewegungsmöglichkeiten, der Mobilität im Alltag mit Umsetzen, Rollstuhlfahren, Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, »Für den Erhalt guter Gesundheit sind das Finden sinnvoller Aufgaben und liebevolle Wertschätzung durch Mitmenschen in einer Interessengemeinschaft die wichtigsten Faktoren.« 10 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2018

Austausch über Hilfsmittel und Einstellung und Art des Rollstuhls, und auch hinsichtlich medizinischer und gesundheitlicher Aspekte, spezielle behinderungsbedingte Auswirkungen und Sekundärfolgen ist der Austausch im Sinne des Peer‐Counseling von großem Nutzen. Vor allem aber – und dies gilt besonders für Kinder und Jugendliche und ihre Familie, – ist das emotionale Erleben rund um das Leben mit der Beeinträchtigung und all seiner Folgen und das Teilen dieser Erlebnisse im Alltag von großer Bedeutung. Das Erkennen wie wichtig es ist auf seine Stärken und Kompetenzen zu schauen, wie freudvoll Bewegung erlebt wird und wieviel Freude das Erlernen und das Erleben von gemeinsamen Spiel‐ und Sportmöglichkeiten ist. Fotos: DRS-Archiv, Privat »Spiel, Sport und Bewegung nähren sich aus der emotionalen Schicht und stärken die Persönlichkeit des Menschen vor allem durch Erfolge.« In diesem Sinne gut ausgebildete Übungsleiter für die Kinder und Jugendlichen mit Rollstuhl sind grundlegend wichtig für den Fortbestand der Gruppen im DRS und für die Förderung der Mobilität, des Selbstbewusstsein und des selbstbestimmten Lebens der nachfolgenden Rollikids‐Generationen. Horst Strohkendl hat uns für die Lehre sehr Vieles mit auf den Weg gegeben und wir werden uns mit all unseren Kräften engagieren, sein Wissen weiter zu bewahren und weiter zu geben. Auf den nächsten Seiten kommen einige Übungsleiter*innen zu Wort, die ihre Ausbildung beim DRS und vor allem bei Horst Strohkendl gemacht haben. DER KÖRPER ALS ›BEWEGUNGSINSTRUMENT‹ Mir persönlich hat sein Bild des Bewegungsinstrumentes sehr imponiert, an dem der unterschiedliche Ansatz zwischen der Physiotherapie und der Sportpädagogik sehr deutlich wird und auch die Ergänzung dieser beiden Bereiche in der Kette der Rehabilitation: »Die vordringliche Aufgabe der Physiotherapie besteht in der Pflege und Erhaltung der Funktionen unseres Körpers als Bewegungsinstrument. Im Sport erlernen wir auf dem Bewegungsinstrument zu spielen.« Und dieses ›Spielen‹ und auch die Vermittlung dieses ›Spielens‹ verschafft uns Freude und bereichert unsere Lebensqualität, egal ob gemeinsam oder im Wettstreit, in Regelstrukturen oder im freien Spiel. In diesem Sinne bedanke ich mich bei allen, die im Kinder‐ und Jugendsport als Übungsleiter*innen und Helfer*innen aktiv sind für ihr Engagement und ihre Arbeit. Wer Interesse hat, mitzuhelfen ist herzlich willkommen – es gibt noch viel zu tun. Ute Herzog, August 2018 Eigenerfahrung ist für das Vermitteln der Rollstuhlfahrtechniken unerläßlich. Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2018 11

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