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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 08/2016

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Paralympics in Rio 2016

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TITEL Foto: world2media - Fotolia Das Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro ist Austragungsort der Eröffnungs- und Abschlussfeier. PARALYMPICS RIOI Die Vorfreude überwiegt Das Team für Rio steht – es gilt die negativen Begleiterscheinungen auszublenden D ie Deutsche Paralympische Mannschaft für Rio steht fest: Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hat im Rahmen einer Pressekonferenz die Namen der 148 Athleten (83 Männer, 65 Frauen) verkündet, die vom 7. bis 18. September an den XV. Paralympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro teilnehmen werden. Hinzu kommen eine Steuerfrau (Rudern), ein Pilot (Radsport) und ein Begleitläufer in der Leichtathletik. Begleitet werden die 148 Athletinnen und Athleten, von denen rund ein Drittel die Paralympics-Premiere erleben, von weiteren 94 Personen aus dem Funktionsteam, darunter Trainer, Ärzte und Betreuer. Insgesamt erwarten die Organisatoren aus Rio rund 4.350 Sportlerinnen und Sportler aus rund 180 Nationen, die in 23 Sportarten antreten werden. Triathlon und Kanu sind erstmals ins Paralympische Programm aufgenommen worden, in beiden Sportarten wollen auch deutsche Sportlerinnen und Sportler um Medaillen kämpfen. Jüngste Teilnehmerin der deutschen Mannschaft ist die 17-jährige Schwimmerin Janina Breuer, die älteste Marianne Buggenhagen. Für die 63-jährige Leichtathletin ist es bereits die siebte Teilnahme an Paralympischen Spielen. »Die Vorfreude steigt immer mehr und für die nominierten Athletinnen und Athleten wird es jetzt ernst«, sagt DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher, der gleichzeitig Leiter der rund 250-köpigen deutschen Delegation in Rio ist. KEINE UNBESCHWERTEN SPIELE AM ZUCKERHUT Ganz unbeschwert wird die Reise nach Rio aber nicht werden. Viele negative Schlagzeilen beherrschten die Berichterstattung in den Medien im Vorfeld der Olympischen und Paralympischen Spiele. Massive Proteste der Bevölkerung gegen Olympia, große inanzielle Probleme, Mängel an den Bauten und fehlende Infrastruktur. Und über allem schwebt dazu ein Hauch von Vetternwirtschaft und Korruption. Dazu der Skandal über staatlich gefördertes Doping im russischen Sport. Einem Bericht der WADA (Weltdoping-Agentur) zufolge hat Russland bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi staatlich organisiertes Doping betrieben. Entgegen der Forderung der WADA, alle russischen Sportlerinnen und Sportler von der Teilnahme an den Spielen in Rio auszuschließen, hat sich das IOC unter ihrem Vorsitzenden Thomas Bach nicht zu einem generellen Ausschluss durchringen können, sondern die Entscheidung, ob russische Athleten starten dürfen, an die internationalen Sportfachverbände und den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) weitergereicht. Harsche Kritik musste das IOC für diese Entscheidung einstecken. Ganz anders reagierte das Internationale Paralympische Komitee (IPC) und dessen Vorsitzender Sir Philip Craven. Auf Grundlage des sogenannten McLaren-Berichts wurde das Nationale Paralympische Komitee Russlands (NPC Russland) mit sofortiger Wirkung suspendiert, weil das IPC die Plichten der Mitgliedschaft, insbesondere die Einhaltung der Anti-Doping- Bestimmungen, nicht mehr erfüllt sah. Voraussichtlich bedeutet dies ein Startverbot für russische Sportlerinnen und Sportler bei allen internationalen Wettkämpfen des IPC, eben auch der Paralympics in Rio. In letzter Konsequenz wird aber auch hier das CAS ein Urteil sprechen. SPORT WIEDER IN DEN MITTELPUNKT RÜCKEN Bleibt zu hoffen, dass während der Tage in Rio der Sport wieder in den Mittelpunkt gestellt werden kann und sich die Athletinnen und Athleten auf ihre Wettkämpfe konzentrieren können. Wir wünschen allen Startern in Rio faire und erfolgreiche Wettkämpfe. Gregor Pleßmann mit Material des DBS 24 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 08/2016

PARALYMPICS RIO 2016I Wettkampfplan Boccia Olympic Hall 2 Bogensport Sambódromo Fußball 5-a-Side Olympic Tennis Centre Fußball 7-a-Side Rugby & Modern Pentathlon Arena Goalball Olympic Hall 4 Judo Olympic Hall 3 Leichtathletik João Havelange Stadium Leichtathletik, Marathon Flamengo Park Parakanu Lagoa Rodrigo de Freitas Powerlifting Riocentre – Pavilion 2 Radsport – Bahn Rio Olympic Velodrome Radsport – Straße Flamengo Park Reiten – Dressur National Equestrian Centre Rollstuhlbasketball Olympic Hall 1/Rio Olympic Arena Rollstuhlfechten Deodoro Arena Rollstuhlrugby Olympic Hall 1 Rollstuhltennis Olympic Tennis Centre Rudern Lagoa Rodrigo de Freitas Schwimmen Olympic Aquatics Stadium Segeln Maria da Glória Sitzvolleyball Riocentre – Pavilion 4 Sportschießen National Shooting Centre Tischtennis Riocentre – Pavilion 3 Triathlon Fort Copacabana Eröffnungs-/Abschlussfeier Maracanã Stadium 7. Sep 7. Sep 8. Sep 8. Sep 9. Sep 9. Sep 10. Sep 10. Sep 11. Sep 11. Sep = Medaillen-Entscheidungen | Alle Angaben ohne Gewähr | Quelle: www.rio2016.com TV-Sendezeiten Paralympics Rio 2016 ■ Über 60 Stunden werden die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF aus Brasilien von den Paralympics berichten. 12. Sep 12. Sep 13. Sep 13. Sep 14. Sep 14. Sep 15. Sep 15. Sep 16. Sep 16. Sep 17. Sep 17. Sep 18. Sep 18. Sep Paralympics rund um die Uhr gibt es auch über die Online-Angebote der ARD www.sportschau.de/paralympics. Darüber hinaus bieten ARD/ZDF webexklusive Livestreams unter www.sportschau. de/paralympics und rio.zdf.de/live. Quelle: DBS RIO 2016I »Wichtiges Signal für konsequenten Anti-Doping-Kampf« DBS begrüßt die Entscheidung des IPC ■ Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hat die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), das Nationale Paralympische Komitee Russland (NPC Russland) für die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro zu suspendieren, begrüßt und reagiert mit Zustimmung auf diesen Beschluss. Das IPC hatte als Folge der Erkenntnisse aus dem McLaren-Report – unter anderem wurde von 35 verschwundenen Dopingproben russischer Paralympics- Sportler berichtet – ein Suspendierungsverfahren eingeleitet. Nun wurde im Rahmen einer Pressekonferenz in Rio de Janeiro der Ausschluss des NPC Russland verkündet. DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher und Chef de Mission Dr. Karl Quade sind mit der Null-Toleranz- Politik des IPC in der Dopingbekämpfung ausdrücklich einverstanden: »Die aufgedeckten Dopingpraktiken in Russland stellen im Behindertensport eine neue Dimension dar. Folgerichtig begrüßen wir die klare, unmissverständliche und mutige Entscheidung des IPC. Es handelt sich um ein wichtiges Signal hin zu einem konsequenten Anti-Doping-Kampf – im Sinne des Fair-Play-Gedankens im Sport ist diese harte Linie der völlig richtige Weg. Im Gegensatz zum IOC hat der Paralympische Sport diese historische Chance wahrgenommen, von der wir uns nachhaltige Auswirkungen auf gerechte Wettkämpfe erhoffen«, erklären Beucher und Quade. Quelle: DBS ■ Wie das IPC bekannt gab, hat das Russische Paralympische Komitee beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Einspruch gegen die Suspendierung eingelegt. Der Einspruch soll am 21. August verhandelt und eine Entscheidung am 22. August bekanntgegeben werden. (Ergebnisse lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor). Sport + Mobilität mit Rollstuhl 08/2016 25

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