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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2017

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Verbandsmagazin des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes e.V.

FACHBEREICHE Foto: Klaus

FACHBEREICHE Foto: Klaus D. Herzog ROLLIKIDS Elektromobilität für Rollstuhlfahrer GESPANN AUS PROACTIV WHEEL-E UND TRAVELERI FÜR DRS ROLLIKIDS/ROLLIFREAKSI Übergabe von Rollstuhl und ›Zugmaschine‹: Klaus D. Herzog (DRS rollikids), Jörg Sättle und Ellen Mortha von Pro Activ (v.l.n.r.). Elektromobilität ist zurzeit in aller Munde, da wird vom zweieinhalb Tonnen Edel SUV, über diverse Plugin Hybrids, und kleine Elektro-Autos ohne Kofferraum diskutiert, die sich nur ein paar Wenige leisten können. Derweil erobern kleine Elektro-Scooter und pifige Elektro-Motorräder die Straßen und Plätze und richtigen Schwung und Akzeptanz haben schon die E-Bikes und Pedelecs aufgenommen. Längst haben sie das Image von ›Senioren- oder BehindertenHilfen‹ hinter sich gelassen und sind zu (bezahlbaren) pifigen Hightec Geräten für jedermann geworden. Wie – was ›BehindertenHilfen‹ als abwertendes Schimpfwort? Nun da wird schon manchmal was nicht so korrektes daher gesagt, ohne richtig darüber nachzudenken – aber mir ging es vor Jahren kaum anders, als ich nach Elektro-Unterstützung beim Handbike fragte. Als ›Fauler Sack‹ wurde ich bezeichnet oder ein entsetztes: »Das brauch ich doch nicht!«, was ich mit: »Das ist doch unter meiner Ehre als echter Handbiker!« übersetzte. Auch dies hat sich mitlerweile geändert. Die meisten Handbiker haben erkannt, dass eine intelligente Unterstützung sie noch genug strampeln lässt, aber dennoch die Berge lacher und die Reichweiten größer werden lässt – wenn man mal von den paar Ausnahmesportlern absieht, die locker lockig 542 Kilometer am Stück von Trondheim nach Oslo radeln. Und jetzt das: Ein Zusatzgerät, wo ich gar nix tue – mich und meinen Rollstuhl ›nur‹ ziehen lasse – »Ei, ei, ei, der Klaus ist alt geworden!« Nun ja, ist ja keiner gefeit gegen Vorurteile – nicht mal ich. Als mich Ellen Mortha von Pro Activ, vor ca. eineinhalb Jahren das erste Mal auf den Wheel-e ansprach, war auch ich noch recht reserviert – das sah nach meinem Wheel-e Test (siehe Artikel: Mein Mofa 2.0 im DRS Heft vom Sept. 2016) im letzten Sommer schon ganz anders aus. Wir von den DRS rollikids/RolliFREAKS waren heiß geworden auf das pifige Vorspann-Elektro- Rädchen. Und so führten unsere Unterstützungs- und Zusammenarbeitsverhandlungen zwischen Pro Activ und den DRS rollikids zur Zusage eines solchen Vorführgerätes – Jowh!!! Und nun endlich war es soweit – kurz vor der Rehab-Messe in Karlsruhe konnte ich in Dotternhausen ›unser Gespann‹ abholen – mit Straßenzulassung – leider im Moment noch auf 15 Stundenkilometer begrenzt – aber ich bin guter Hoffnung, dass sich da in Zukunft noch was tut. Das gilt erstmal für den öffentlichen Straßenverkehr, fernab öffentlicher Wege läuft das Teil dann 24 Stundenkilometer und das ist schon super – vor allem wenn ich die große Reichweite von 60 – 80 Kilometer sehe, da sind dann schon feine Touren drin. Ich freue mich drauf, das nun alles ausprobieren zu können. Zum Einkaufen in Regensburg oder Hennef, auf neuen und alten Wegen rund um meine Heimat und demnächst nach Schweden und Südtirol (dank der modularen Technik, lässt sich alles zu kleinen, handlichen Teilen zerlegen und locker im Auto verstauen und keine Kette schmiert irgendwo rum oder verheddert sich). Ich sage Danke im Namen der rollikids an Jörg Sättele, Ellen Mortha, Arne Schadow und Norbert Wolthaus von Pro Activ und lade alle Interessierten ein, sich mit mir wg. eines Test-Termins und der Möglichkeit zur Beseitigung von Vorurteilen in Verbindung zu setzten. Ciao und Servus Klaus klausd.herzog@gmx.de Fan werden www.facebook.com / rollstuhlsport 16 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2017

TITEL Dominik Rymer (l.) gewann mit den Rebels das heimische Champions Cup-Turnier. Fotos: Stefan Brendahl ROLLIKIDS Schnuppern und Training mit Niveau SCHNELLFAHRLEHRGANG MIT HEINI KÖBERLEI AUF DER BAHN IN KÖLN WAR GUT BESUCHTI An Pfingsten drehte sich wieder alles um das Schnellfahren in Köln. Schnuppern hieß es für die einen, auf Niveau trainieren für die anderen. Für alle Spaß am Sport, am Schnellfahren und dem Lehrgang des Fachbereiches Kinder- und Jugendsport des Deutschen Rollstuhlsportverbandes. Ganz deutlich zum Ausdruck kommt sowohl bei den Trainingseinheiten als auch in der Spielzeit danach, dass es Spaß macht, sich untereinander zu messen und vergleichbar zu sein. Aufgrund eines hochkarätigen, mit den besten Schnellfahrern der Welt besetzten Wettkampfes in Notwil in der Schweiz, nahmen einige der ehemaligen Köln-Teilnehmer die Chance wahr, Wettkämpfe mit den Schnellsten der Welt zu bestreiten. Heini Köberle (l.) mit einem Teil seiner Schützlinge bei einer Startübung. Um so erfreulicher war, dass der Lehrgang gut besucht war. Helvi und Maya drehten unermüdlich ihre Runden (und hatten sich dabei auch einiges zu erzählen). Levi, den das Schnellfahren in Büsum schon fasziniert hatte, stand ihnen in Sachen Trainingsfleiß in nichts nach. Julia arbeitete an der Fahrtechnik. Amos und John freundeten sich mit ihren größeren Rennrollis an und Simon freundete sich mit dem gut eingefahrenen Rennrolli von Kai Kramer an. Göktug zeigte, wie toll man sich mit regelmäßigem Training voranbringen kann. Maximilian kam bei einem Talenttag aufdas Schnellfahren. Er ist talentiert und motiviert und konnte einen Rennrolli und Handschuhe testen und zum regelmäßigen Training mit nach Hause nehmen. Das ›O‹ hörte man oft auf der Rundbahn der Deutschen Sporthochschule in Köln. Anfänger bilden ein ›O‹ mit ihren Armen bei der Schlagtechnik, damit der Greifring mit der Hand richtig ›getroffen‹ werden kann. Erstaunlich mit welcher Disziplin und Ausdauer die Teilnehmer an das Training gingen. Immerhin war Amos als jüngster der Truppe gerade mal sieben Jahre alt. Teilnehmer unterschiedlichen Alters undunterschiedlicher Behinderungen bildeten die Gruppe. Super war wieder das eingespielte Team in Köln mit Simone Zimmermann, Heini und Gudrun Köberle und Praktikantin Almut Malter, die all ihr Wissen und Anleitungen weitergaben. Alle Begleiter sowie die Co- und Heimtrainer nahmen viel mit und unterstützen die Trainingsmassnahme. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die sensible Hinführung zur Selbständigkeit. Herausragend was erreicht werden kann. Perspektiven müssen aufgezeigt, angenommen und nicht negiert werden. Mit Rat und Hinweisen zu Kompetenzpartnern ist der Schritt zur Selbständigkeit für das Leben und danach für den Sport wichtig. Die Motivation kommt über den Sport und die Vorbilder. Inzwischen gibt es genug Beispiele im Schnellfahr-Nachwuchsbereich, die sich Selbständigkeit vorbildlich erarbeitet haben. Auch Spielzeit gab es ausreichend außerhalb des Trainings, beim Rampenheruntersausen schauten die meisten Erwachsenen einfach weg. Unterhaltungen am Abend deckten ein großes Spektum ab. Selbstbewußt und gestärkt gingen die Teilnehmer am Ende des Lehrganges auseinander. Jeder hat gut trainiert, etwas besonderes – das Schnellfahren – erlernt und/oder die Technik verbessert, besondere Ansprechpartner gehabt und sich gegenseitig im Team unterstützt. Den von Uli Türner gestifteten Wanderpokal hat in diesem Jahr der siebenjährige Amos Donath verliehen bekommen. Er hat ihn sich durch sein regelmäßiges Training und seinen Trainingsfleiß verdient. Die rollikids danken für die Unterstützung des Schnellfahrschnupperlehrganges und Stefan Brendahl für die tollen Photos. Gudrun Köberle Sport + Mobilität mit Rollstuhl 07/2017 17

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