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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2017

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Verbandsmagazin des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes e. V.

Anja Adler (l.) und Ivo

Anja Adler (l.) und Ivo Kilian (r.) haben gut lachen. Beide deutschen Para-Kanuten haben die nationalen Nominierungskriterien erfüllt. ■ Keine Überraschungen gab es bei den zweiten nationalen Qualiikationsrennen der Parakanuten in Brandenburg. Die beiden Silbermedaillengewinner der Paralympics in Rio, Edina Müller (Hamburger KC) und Tom Kierey (KABC Berlin), konnten souverän die geforderten Zeiten erreichen. Das gleiche gelang dem Paralympics Starter Ivo Kilian vom Halleschen KC 54 nicht nur im Kajak, sondern auch im Va´a. Ivo Kilian dazu: »Solange mein Lieblingsboot, der Va´a, nicht paralympisch ist, werde ich weiterhin im Training auf den Kajak setzen.« In der Startklasse Kl 2 werden dem Deutschen Behindertensportbund (DBS) gleich zwei Athletinnen zur Nominierung vorgeschlagen werden. Sowohl Anke Molkenthin vom KRV München, als auch die 30 Jahre jüngere Anja Adler vom Halleschen KC 54 erreichten die Nominierungskriterien. Anke Molkenthin nach ihren erfolgreichen Rennen: »Das systematische Training mit Horst Schlisio, dem neuen Verantwortlichen für Parakanu in Bayern, beginnt sich bereits jetzt auszuzahlen.« Im Parakanu-Rennsport schlägt der DKV dem DBS die Athleten für die Natio- PARA-KANU-QUALII Favoriten ohne Probleme Junge Nachwuchsfahrer zu integrieren war das erklärte Ziel nalmannschaft vor, die die gemeinsam ausgearbeiteten Kriterien erreicht haben. Durch einen Trainerratsbeschluss wird auch noch Maik Polte vom Halleschen KC 54 im Va´a der Startklasse Vl 3 zur Nationalmannschaft vorgeschlagen. Nico Malcher, neuer Landestrainer Parakanu in Sachsen-Anhalt dazu: »Wir haben gezielt an seinem Start gearbeitet – das trägt nun schon Früchte. Den Trainingsrückstand durch die beruliche Neuorientierung werden wir noch bis zu den Europameisterschaften auholen können.« Die weitere beruliche Zukunft stand in den letzten Wochen auch bei Tom Kierey im Vordergrund. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann in Berlin geht der 22-jährige nun nach Greifswald. Dort kann er seinen großen Wunsch verwirklichen. Nach einem Praktikum, das genau in die Vorbereitungszeit auf die Qualiikationsrennen iel, kann er in Greifswald bei einer renommierten Werft eine Ausbildung zum Bootsbauer beginnen. Trotzdem lies er im Training nicht nach, und konnte sich so wieder für die Nationalmannschaft empfehlen. Der neue Bundestrainer Arne Bandholz aus Hamburg sieht eine schlagkräftige Mannschaft. Junge Nachwuchsfahrer zu integrieren, das war das erklärte Ziel vor der Saison. Und das ist mit Anja Adler ja schon gelungen. Christel Schlisio Fotos: Christel Schlisio ROLLSTUHLBASKETBALL Pfeffersport Berlin ist König des Breitensports Berliner gewinnen die Ottobock Championship ■ Bereits zum dritten Mal fand die Ottobock Championship am Paralympischen Trainingsstützpunkt in Hannover statt. Insgesamt sechs Mannschaften sind der Einladung des DRS gefolgt. Unter der organisatorischen Leitung von Harald Fürup haben alle Teilnehmer eine schöne, zweitägige Veranstaltung mit einem üppigen Abendbuffet genossen. Untergebracht waren die Sportler in der Akademie des Sports. Der zwöljährige Felix (Hannover United II) fasste seine Eindrücke folgendermaßen zusammen: »Ich konnte an diesem Wochenende viel Erfahrung sammeln, nachdem ich nach meiner Knie-OP sechs Wochen lang nicht spielen und trainieren durfte. Es war für mich ein tolles Gefühl, zusammen mit den ehemaligen Nationalspielern aus Hamburg im Finalspiel spielen zu dürfen. An beiden Spieltagen habe ich jeweils zwei Körbe geworfen, da bin ich schon ein wenig stolz drauf. Insgesamt war es für mich ein tolles, aufregendes Wochenende.« Das beliebte Shootout des Partners Hollister gewann das Team der Rollingchairs Isernhagen. Diese konnten aus den Händen von Alexandra Rompf einen Gutschein für einen Vereinsgrillabend entgegennehmen. Die BG Hamburg II, verstärkt mit zwei Kids, konnten das Speedrace für sich entscheiden. Die Reifenersatzteile wurden von der Firma Schwalbe zur Verfügung gestellt. Günther Vogel Rollstuhlbasketball Ottobock Championship Vorrunde Medizin Stralsund – Hannover United II 29:23 Thuringa Bulls II – Hannover United II 29:35 Medizin Stralsund – Thuringa Bulls II 32:19 Chairs Isernhagen – BG Hamburg II 35:48 Pfeffersport Berlin – BG Hamburg II 47:60 Pfeffersport Berlin – Chairs Isernhagen 45:34 Halbfinale Medizin Stralsund – Pfeffersport Berlin 22:41 BG Hamburg II – Hannover United II 48:24 Spiel um Platz 5 Chairs Isernhagen – Thuringa Bulls II 41:17 Spiel um Platz 3 Medizin Stralsund – Hannover United II 31:40 Finale Pfeffersport Berlin – BG Hamburg II 32:24 28 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2017

FACHBEREICHE PARA-KANU WORLDCUP! Kanuten kämpften mit dem Wind Wiedrige Wetterbedingungen beim Weltcup in Szeged Zwei Podest-Platzierungen und vier Finalteilnahmen sind die Ausbeute des ersten Parakanu-Weltcups 2017. Bei immer schwieriger werdenden Windbedingungen kämpften die Parakanuten in den letzten drei Tagen um die Weltcup-Medaillen. Bereits am ersten Tag errang Edina Müller vom Hamburger KC die Goldmedaille in der Startklasse Kl 1. Die Rollstuhlfahrerin mit ungarischen Wurzeln konnte erstmals vor den ungarischen Mitgliedern ihrer Familie einen Weltcup bestreiten. »Es ist ein besonderes Erlebnis, dass meine Oma mich hier sehen konnte«, meinte eine sichtlich gerührte Edina Müller nach dem Rennen, und stand trotzdem den Reportern geduldig Antwort. Ivo Kilian, Hallescher KC 54, fügte am dritten Tag noch eine Silbermedaille dazu. Diese gewann er in seiner Lieblingsdisziplin Va´a. »Der Wind war auf der Strecke nicht so das Problem, eher beim Wenden des sieben Meter langen Boots. Und das ich nur 50 Minuten vorher den Endlauf im Kajak hatte.« Dort erreichte der 40-jährige einen starken sechsten Platz. In der Startklasse Kl 2 erreichte Anke Molkenthin vom Schleißheimer PC einen »Die Regattastrecke, die Organisation und das Publikum waren spitze.« Cheftrainer Arne Bandholz hervorragenden vierten Platz. Vor allem in der zweiten Rennhälfte konnte sie noch Meter und Plätze gutmachen. Sie sagte nach dem Rennen, durchaus zufrieden: »Die Trainingsumstellung beginnt bereits zu fruchten. Nun werde ich verstärkt an meinem Start arbeiten.« Tom Kierey musste sich erstmals bei einem Parakanu-Rennen mit einer Platzierung neben dem Podest zufrieden geben. Der Start in die nach-paralympische Saison verlief eher holprig, da Kierey sich in den letzten Monaten verstärkt um seine beruliche Zukunft kümmern musste. In der schnellsten und stärksten Startklasse macht der Trainingsrückstand dann gleich den Unterschied zwischen einem Podi- umsplatz und Platz 5. Der Silbermedaillengewinner von Rio vom Berliner KC Borussia setzt nun auf die Weltmeisterschaften in Racice im August. »Der Fokus liegt nun voll auf der WM«, sagte er gleich nach dem Rennen kämpferisch. Die Newcomerin im deutschen Parakanu-Team, Anja Adler vom Halleschen KC, erlebte ihre Feuertaufe für ihr erstes internationales Rennen bei denkbar ungünstigen Verhältnissen. Doch sie behielt die Ruhe am Start, und fand sich am Ende im Finale der Kl 3 auf einem guten sechsten Platz wieder. Kurzfristig verunsichert durch die Umklassiizierung von der Kl 2 in die Kl 3 konnte sie die vielen neuen Eindrücke beim Weltcup gut verarbeiten, und auf ihre hervorragende Paddeltechnik setzen. Ihre ersten Sätze hier in Szeged zu den Eindrücken waren: »Ich bin total ge- lasht. Zusammen mit den Paddlern, die ich im letzten Jahr noch bei den Olympischen und Paralympischen Spielen im Fernsehen bewundert habe – das muss ich erst mal sacken lassen.« »Die Rio-Teilnehmer mussten sich nach dem anstrengenden Jahr 2016 eine Pause gönnen, auch um Krankheiten auszukurieren. Man merkt die längere Pause, für sie geht die Saison nun erst richtig los«, stellte Arne Bandholz, Cheftrainer der Parakanuten, fest. »Es war eine Bestandsaufnahme und ich blicke positiv auf den weiteren Verlauf der Saison. Anja hat ihr erstes internationales Rennen gut gemeistert. Anke hat einen sehr guten Platz erreicht und ich denke, es erfolgt noch eine Steigerung. Ivo gehört im Va´a zur europäischen Spitze und Tom wird nach dem 5. Platz hart an sich arbeiten. Ich denke, bei der EM ist wieder eine Medaille drin. Die Regattastrecke, die Organisation und das Publikum waren spitze.« Christel Schlisio LINKS Gold und Silber für die deutschen Para-Kanuten: Edina Müller (l.) siegte am ersten Tag in der Startklasse Kl 1. Fotos: Christel Schlisio RECHTS Ivo Kilian (l.), fügte am dritten Tag in der Disziplin Va´a noch eine Silbermedaille hinzu. Sport + Mobilität mit Rollstuhl 06/2017 29

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