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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2016

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Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

SPORT VOR ORT INKLUSIVES

SPORT VOR ORT INKLUSIVES PROJEKTI INSIEME – GEMEINSAM GEHT VIELES Eine Gruppe von Menschen mit und ohne Behinderung zeigt, wie Inklusion funktionieren kann! Text und Fotos: Andrea Szabadi Heine M enschen mit Behinderung und Natursport – das passt für viele nicht zusammen. Doch das Team Insieme (ital. für gemeinsam) will gemeinsam Natur erleben, Outdoorerfahrungen sammeln und dabei die Vielfalt in dem Team nutzen, um Grenzen zu verschieben. Der Österreichische Alpenverein setzt damit neue Maßstäbe im Bereich Inklusion. Das Projekt soll in einer stark individualisierten Zeit das Miteinander statt dem Nebeneinander fördern: »… denn jeder einzelne ist ein wichtiger Teil des Teams – egal ob mit Rollstuhl, mit Down Syndrom oder sonstige Besonderheiten.« ZWEI JAHRE ZEIT Am Pingstwochenende 2015 iel der Startschuss. Am Anfang stand nur eine Idee, mittlerweile ist das Projekt in vollem Gange und begeistert alle Beteiligten. Aus über 40 Bewerbungen wurde ein Team von 12 TeilnehmerInnen mit und ohne Behinderung ausgewählt, das sich der Herausforderung und dem Abenteuer stellen wollte. Bei der Auswahl ging es nicht darum, dass Menschen ohne Behinderung gesucht wurden, um RollifahrerInnen über die Berge zu ziehen. Nein, es wurden Menschen mit verschiedensten Potentialen gesucht, die ein gemeinsam gestecktes Ziel erreichen wollen. Personen, die in der Unterschiedlichkeit eine Chance sehen, miteinander zu wachsen. Über einen Zeitraum von einem Jahr ( zweimal fünf Tage und einmal zwei Tage) wurden die TeilnehmerInnen professionell von Martin Meusburger (Pädagoge und Bergführer) und Andrea Szabadi Heine (Trainerin, Beraterin & selbst querschnittsgelähmt), sowie Anna Meusburger (Praktikantin) begleitet, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich besser Kennen zu lernen, Stärken und Potenziale zu entdecken, als Team zusammen zu wachsen, Projektmanagement praktisch zu erleben, um dann eine eigene Projektidee für 2016 zu entwickeln, sich auf diese vorzubereiten und sie umzusetzen. »Ich finde einfach den Gedanken super, den Blick auf die Stärken zu lenken. Im Team Insieme stehen diese im Vordergrund und jede Person hat seinen Platz in der Gruppe.« ERSTE SCHRITTE Beim ›ersten Step›‹ im Mai 2015 ging es vor allem darum, dass sich die Gruppe kennen lernt und als Team zusammenindet. Als ›Basecamp‹ diente die rollstuhlgerechte Ferienwiese in Weissbach bei Lofer. Neben der Durchführung von diversen Teamübungen befuhr die Gruppe im wahrsten Sinne des Wortes mit zwei Rollstühlen die Lamprechtshöhle mit über 250 Stufen. Auch auf dem Wasser konnte das Team zusammenarbeiten. Gemeinsam wurde ein Floß gebaut und im Ritzensee getestet. Das anschließende Rafting auf der Saalach nahm die letzten Bedenken vor dem teilweise Unbekannten und beim Klettern konnte die Gruppe das gegenseitige Vertrauen festigen. 16 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 05/2016

Der ›zweite Step‹ fand dann im Juli 2015 im Bregenzer Wald statt. Hier stand Teamund Projektentwicklung im Vordergrund. Neben einer spektakulären Abseilaktion in die Subersach standen komplexe Touren mit Fahrrad und zu Fuß/Rollstuhl und eine Biwakübernachtung auf dem Programm. Größte Herausforderung war hier sicher einen Weg und einen Platz zum Übernachten zu inden, der für diese heterogene Gruppe machbar war. Ziel dieses Steps war vor allem auch, die Vereinbarung zu treffen, welches Projekt 2016 gemeinsam durchgeführt wird und erste Erfahrungen im Projektmanagement zu gewinnen. Am Ende standen eine Entscheidung und ein Projektplan. DAS PROJEKT Gemeinsam wird das Team nun 2016 nach Schweden fahren, um dort zehn Tage lang unterwegs zu sein. Möglichst ohne Zivilisation und mit einem inklusiven Fußabdruck. Geplant sind eine fünftägige Paddeltour und eine anschließende Wanderung. Integriert werden soll vor Ort ein inklusives Projekt, bei dem das Team mit einer einheimischen Organisation zusammen arbeiten will. Die Herausforderungen auf dem Weg dorthin und in Schweden können nur gemeistert werden, wenn jeder sich mit seinen Stärken und Fähigkeiten einbringt. Auf dem Weg gemeinsamen gilt es verschiedenste Projektschritte zu meistern. Ende November traf sich das Team nochmals für zwei Tage in Innsbruck, um den Projektplan zu konkretisieren. Viele Fragen müssen geklärt werden, z.B. auch welche Adaptionen von Kanus die körperlich eingeschränkten Gruppenmitglieder brauchen und welche weiteren besonderen Herausforderungen und eventuelle Schwierigkeiten in Schweden auf uns warten. GEMEINSAM GEHT VIELES Bereits in dieser Phase zeigte sich, dass jeder im Team auf den anderen angewiesen ist. Insieme kann nur funktionieren, wenn sich alle einbringen. Beim ›Step 3‹ im April 2016 beschäftigte sich die Gruppe mit dem Medium Wasser und den Bootstypen Kanadier/Kajak. Laufend geht die Detailplanung fürs Projekt weiter. Aber das Team will nicht nur selbst tolle Erfahrungen sammeln, sondern auch andere mit in das Projekt hineinnehmen. Daher suchen wir in Schweden einen Projektpartner, um Menschen mit und ohne Behinderung einzuladen, an unseren Erfahrungen teilzuhaben. Gemeinsame Radtour. Gemütliche Wanderungen (l.) und spektakuläre Abseilaktionen (u.) gehören zu den Aktivitäten von Insieme. NATUR IST INKLUSIV »Als Team Insieme wollen wir durch dieses Projekt einen Weg vorgehen, der zeigt, dass Inklusion konkret funktionieren kann. Wir wollen auf diese Art einen inklusiven Fußabdruck in der Gesellschaft hinterlassen und hoffen, dass andere folgen werden. Die Natur ist immer inklusiv – wir wünschen uns eine Gesellschaft, die das auch lebt und Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Kompetenzen den Weg in die Natur ermöglicht«, sagen Martin Meusburger und Andrea Szabadi Heine, die beiden ProjektleiterInnen. Letztendlich geht es nicht darum, diese dann dort »zu betreuen« sondern dass Menschen gemeinsam die Vielfalt nutzen, Grenzen verschieben und Natur erleben. Eben ›insieme‹! UNTERSTÜTZER GESUCHT Wir sind dankbar, dass wir für unser Projekt bereits einige Unterstützer inden konnten, und freuen uns sehr über jeden einzelnen Förderer/jede einzelne Förderin. Mehr Informationen inden Sie unter www.alpenverein.at/inklusion. Sport + Mobilität mit Rollstuhl 03/2016 17

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