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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2019

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Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

SPORT VOR ORT Der

SPORT VOR ORT Der Sport lebt vom Ehrenamt. So ist es auch beim Rollstuhlrugby. Allein beim Bernd Best Turnier in Köln sind gut 160 Ehrenamtler im Einsatz. Doch engagierte Helfer zu finden, ist für die Organisatoren immer wieder eine Herausforderung. Rollstuhlrugby ist für eine Behindertensportart vergleichsweise groß organisiert. Es gibt rund 220 aktive Spieler, die Mannschaften sind in ein festes nationales Ligasystem eingegliedert, es gibt Regionalligen, 2. Ligen und eine Bundesliga. »Einmalig», sagt Stefan Ebert. Er leitet den Fachbereich Rollstuhlrugby beim DRS. Doch um die zahlreichen Turniere und Spieltage auszurichten, ist der Sport auf das Ehrenamt angewiesen. Und dabei geht es nicht nur um die Funktionsträger, wie Trainer und Betreuer. »Dazu gehört auch das Catering, Spielfelder bekleben, Rollstühle verladen oder die Goalclock zu bedienen«, erklärt Ebert. HILFE BEI DEN SPIELTAGEN RUGBY UND EHRENAMTI »Ohne sie wäre es schlicht nicht möglich« Die Ligatermine und Turniere im Rollstuhlrugby wären ohne die ehrenamtichen Helfer*innen nicht durchführbar Jedes Team beim Rollstuhlrugby bringt deshalb zu jedem Spieltag ein bis zwei Helfer mit. Dazu kommen fünf bis zehn Ehrenamtler vom Verein, der den Spieltag ausrichtet. Ein Großteil der freiwilligen Helfer kommt aus dem direkten Umfeld: Freunde, Familie, Bekannte. Es gibt aber auch Leute, denen etwas am Sport Rollstuhlrugby liegt und die einfach dabei sein wollen, erzählt Ebert. Gerade für kleinere und unerfahrene Vereine ist die Organisation verhältnismäßig aufwändig. Bei Großturnieren wie dem Bernd‐Best‐Turnier ist das Team aus Ehrenamtlern schon fest eingespielt, der Umfang der Aufgaben aber deutlich größer. »Die meisten Ehrenamtler brauchen spezielle Skills: Schiedsrichter, Tischschiedsrichter, Spielplan ‐ erstellung, Transport, Webmaster und Videostream. Die kann man nicht direkt am Wochenende erlernen«, sagt Turnierorganisatorin Anke Opiela. Ein fester Kern an Helfern ist wichtig für die Organisatoren. Aber auch frisches Blut ist nötig. »Wenn man immer auf die gleichen Leute zurückgreift, läuft man Gefahr, dass man sie verbrennt«, sagt Ebert. Doch es ist schwierig, neue und motivierte Helfer zu finden. Die Motive der Leute haben sich verändert. Nur wenige wollen sich wirklich verpflichten, erwarten einen persönlichen Nutzen. Das ist zwar meist kein Geld, aber Spaß und Anbindung an ein Team. Hier wollen die Vereine ansetzen, um mehr Freiwillige anzulocken. »Wir Fotos: Michelle Saal 18 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2019

müssen die Leute noch mehr einbinden, freundlich sein und das Engagement würdigen«, sagt Ebert. Dazu gehören kleine Gesten, Aus‐ und Fortbildungen oder der Ersatz von Anfahrt und Hotelkosten. «Es ist erstrebenswert, dass die Helfer nicht noch Geld draufzahlen», sagt Ebert. OHNE EHRENAMT GEHT NICHT ALZU VIEL Und auch öffentlich wollen Vereine und Verband mehr auf die Leute zugehen und ihre Öffentlichkeitsarbeit verbessern. Auch Workshops für die Vereine, wie sie Ehrenamtler finden und mit ihnen umgehen, sind ein Thema. Denn für Stefan Ebert ist klar: »Ohne Ehrenamtliche wäre das alles schlicht nicht möglich.« Das Bernd‐Best‐Turnier zeigt besonders stark, wie viel Aufwand dahinter steckt. Es ist ein Ohne die vielen Helfer wären die Ligatermine und Turniere im Rollstuhlrugby nicht durchführbar. Dauerengagement. »Das Turnier war komplett fertig abgewickelt im Juni 2018. Ab August 2018 haben wir mit den Planungen für das Turnier 2019 begonnen», sagt Anke Opiela. Die 160 Ehrenamtler im Rücken sollen aber auch in diesem Jahr dafür sorgen, dass wieder alles glatt läuft. Julian Hilgers Das größte Rollstuhlrugby- Turnier der Welt steht vor der Tür Bernd-Best-Turnier feiert kleines Jubiläum In diesem Monat scheppert’s ordentlich! Vom 12. bis zum 14. April 2019 findet in Köln das größte und spektakulärste Rollstuhlrugby‐Turnier der Welt statt. Über 30 Mannschaften, knapp 250 Spieler und rund 300 Ehrenamtler, Trainer und Schiedsrichter werden das 19. Bernd‐Best‐Turnier (BBT) zu einem einzigartigen paralympischen Sportereignis machen, das Menschen aller Herren Länder – mit und ohne Behinderung – zusammenbringt. Veranstalter des Turniers ist der DRS mit seinem Fachbereich Rollstuhlrugby, Ausrichter der RSC Köln. »Während andere über Inklusion, Gleichberechtigung und Barrierefreiheit sprechen und diskutieren, leben wir das alles und verbinden sämtliche Aspekte mit einem spannenden und fairen Sportwettkampf«, so Anke Opiela, die sich seit fast zehn Jahren mit um die Organisation des Bernd‐Best‐Turniers kümmert, das 2019 ein kleines Jubiläum feiert. Seit 20 Jahren findet der Wettkampf am Wochenende vor Ostern in Köln statt. Zur Jubiläumsausgabe haben sich bereits 32 Mannschaften angemeldet. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 waren es zum selben Zeitpunkt erst 18 Teams. Neben vielen deutschen Teams nehmen Spieler aus verschiedenen Nationen, wie Irland, Belgien, Schweden und Großbritannien an den krachenden und dynamischen Partien im Rollstuhl teil. Einige Schiedsrichter reisen sogar eigens aus Australien und Kanada an, um dem explosiven Spektakel am Rhein beizuwohnen. Die Schirmherrschaft des Turniers hat auch in diesem Jahr Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker übernommen. Aufgrund der riesigen Nachfrage ist das BBT in diesem Jahr wieder in vier Ligen eingeteilt. Die leistungsorientierten Mannschaften starten in der ›Champions League«, der die ›Professional League‹, die ›Advanced League‹ und die ›Basic League‹ folgen. Die Einteilung in Leistungsklassen ermöglicht einen fairen Wettbewerb und bietet jungen, neuen und unerfahrene Spieler, die Möglichkeit am Turnier teilzunehmen. Die Zuschauer erwarten also spannende Spiele und großartige Unterhaltung. Da die Titelverteidiger vom Deutschen Eck, die ›Koblenz Speedos‹, in diesem Jahr nicht am Start sind, ist die Favoritenrolle in der ›Champions‐League‐Leistungsklasse‹ noch unklar und die Spannung entsprechend groß Der Eintritt zu allen Spielen ist frei. Die Turniertage starten am Freitag, den 12. April, um 14.30 Uhr. Am Samstag, den 13. April, ab 10.00 Uhr. Die Platzierungsspiele werden am Sonntag, den 14. April, ab 10.00 Uhr ausgetragen. Am Samstag und Sonntag werden alle Partien – inkl. deutschem und englischem Kommentar – aus Hier kracht’s wieder: Rollstuhlrugby- Spieler*innen aller Leistungsklassen treffen sich in Köln. beiden Hallen exklusiv per Livestream übertragen, so dass sich Fans weltweit auf der Bernd‐Best‐Homepage und auf Facebook die Spiele live und in Farbe anschauen können. Ein positiver Entwicklungsschritt, den Anke Opiela unterstreicht: »Wir machen einfach, packen an und nehmen unser Glück selbst in die Hand. Wir sind davon überzeugt, dass unser Sport sowie alle Spieler*innen und Helfer*innen noch mehr öffentliche Wertschätzung verdient haben. Um Rollstuhlrugby und dem Turnier zu mehr Wahrnehmung zu verhelfen, haben wir in einen professionellen Livestream investiert, der die packenden Spiele für alle zugänglich und auf allen Kontinenten sichtbar macht.« ONLINE/SOCIAL MEDIA www.bernd-best-turnier.de www.facebook.com/berndbestturnier Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2019 19

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