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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2017

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Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

MENSCHEN BS

MENSCHEN BS NIEDERSACHSEN Den Fluch gebannt VICO MERKLEIN IST ›BEHINDERTENSPORTLERI DES JAHRES‹ 2017I Vico Merklein ist selten um eine Antwort verlegen. Doch in dem Moment, als ihm Karl Finke, Präsident des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen (BSN), zusammen mit Laudator Ewald Lienen im GOP-Varieté Hannover vor über 300 geladenen Gästen zum Titel ›Behindertensportler des Jahres‹ gratulierte, wusste der sonst so schlagfertige Sportler zunächst gar nicht, wohin mit seinen Emotionen. Foto: BSN Laudator Ewald Lienen zeigt sich beeindruckt Sieger und Nominierte: Stefan Lösler (GC Nendorf/Team BEB), Laudator Ewald Lienen, BSN-Präsident Karl Finke, Christiane Reppe (GC Nendorf), Alexander Bley (Hannover Athletics) (hin.v.l.). Elke Seeliger (SV Etzhorn/Team BEB), Sieger Vico Merklein (GC Nendorf) und Thomas Schäfer (RSG Nordharz/Team BEB) (vor.v.l.). »Deine großartigen Leistungen, aber auch die der anderen fünf Nominierten wollen wir stellvertretend für alle unsere Athleten feiern, auf die wir stolz sind. Eure besonders hart erkämpften Leistungen wirken vorbildhaft auf den Breitensport und motivieren auch Nichtbehinderte. Deshalb steht ihr, und allen voran der diesjährige Wahl-Sieger Vico Merklein, heute Abend im Mittelpunkt unserer festlichen Gala«, hob Finke bei seiner Beglückwünschung hervor, als er dem Handbiker die begehrte Sieges-Trophäe des hannoverschen Künstlers Siegfried Neuenhausen überreichte. Auch Ewald Lienen zeigte sich beeindruckt von den außergewöhnlichen sportlichen Fähigkeiten der sechs Kandidatinnen und Kandidaten. Der Wahlsieg gestaltete sich für den charismatischen Vico Merklein ganz anders als seine Siegesfahrt zur paralympischen Goldmedaille in Rio de Janeiro 2016. Hatte er dort in einem couragierten Finale im Straßenrennen das Zepter in die Hand genommen und seinen polnischen Konkurrenten erst kurz vor der Ziellinie bezwungen, so iel ihm bei der Wahl eher eine passive Rolle zu. Bis auf Werbung in eigener Sache musste er vor allem warten und darauf hoffen, dass die Menschen in Niedersachsen ihn für seine herausragende Leistung, seinen Ehrgeiz und seinen unbedingten Siegeswillen mit ihrer Stimme belohnen. Eine für den Sportler äußerst ungewohnte Situation. Doch am Ende reichte es und er bannte hier – ebenso wie im Sport – den Fluch des ewigen Zweiten. Mit 30,2 Prozent der insgesamt fast 15.000 abgegebenen Stimmen lag er deutlich vor dem Leichtathleten Alexander Bley (20,1 Prozent) und Handbikerin Christiane Reppe (17,1 Prozent). Auf den Plätzen vier bis sechs folgten Elke Seeliger (Sportschießen, 12,5 Prozent), Stefan Lösler (Paratriathlon, 11,5 Prozent) und Thomas Schäfer (Radsport, 8,7 Prozent). Im Beisein von zahlreichen Gästen aus Sport, Politik und Wirtschaft, unter anderem Innen- und Sportminister Boris Pistorius, Prof. Wolf-Rüdiger Umbach, Präsident des Landessportbundes und Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen, dankte Karl Finke nicht nur den Sportlerinnen und Sportlern für ihre große Leistungsbereitschaft und ihre erfrischende Art, mit der sie sich einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. »Auch unseren Sponsoren, Förderern und Medienpartnern, die diese Wahl, diese Gala, diese Zeichen der Wertschätzung für unsere Spitzensportler erst ermöglichen, danke ich ganz herzlich für die langjährige, tatkräftige Treue. Bleiben Sie uns gewogen, denn auch 2018 wollen wir wieder einen Behindertensportler oder eine Behindertensportlerin des Jahres küren.« Heike Werner 8 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2017

MENSCHEN AUSZEICHNUNG! Bundesverdienstkreuz für Horst Schlisio Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement ■ Das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, verliehen vom Bundespräsidenten Joachim Gauck, wurde Horst Schlisio von Melanie Huml, Staatsministerin für Gesundheit und Soziales in Bayern, überreicht. Die Feierstunde fand in den Räumen der Regierung von Oberfranken in Bayreuth statt. Dort begrüßte Frau Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz die zu Ehrenden und deren Gäste. Die Laudatio für Horst Schlisio hielt Melanie Huml. Sie führte aus, dass Horst Schlisio sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Bereich des Sports engagierte. Über Stationen in Braunschweig und Berlin kam er nach Hof. Hier arbeitet er seit 1986 als Übungsleiter beim Faltbootclub Hof 1932 e. V. Auf seine Initiative hin wurde 2004 die erste Kanugruppe für Kinder mit überwiegend geistiger Behinderung als Kooperation zwischen dem Verein und dem Therapeutisch-Pädagogischen Zentrum (TPZ) in Hof gegründet. Die Internationale Hof-Regatta war eine der ersten Regatten in Deutschland, die Rennen für behinderte Kanuten mit ins Programm aufnahm. Die Gruppe besteht bis heute fort. Jugendliche aus dieser Gruppe haben erfolgreich an nationalen Spielen von Special Olympics und auch an zwei Weltspielen teilgenommen. 2008 wurde Horst Schlisio Nationaler Koordinator der Kanuwettbewerbe bei Special Olympics Deutschland. Er organisierte in dieser Funktion mehrfach diese ›Deutschen Meisterschaften‹ im Kanu für geistig behinderte Menschen. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass die behinderten Sportler gemeinsam mit den Jugendlichen des Faltbootclubs trainieren. Er hat ein Vorzeigeprojekt auf dem Gebiet der Integration geschaffen. Dazu gehört auch, dass seit 2012 Schüler der offenen Hausaufgabenbetreuung der VHS Landkreis Hof an der Foto: Christel Schlisio Melanie Huml (links) überreicht Horst Schlisio (rechts) den Bundesverdienstorden. Hofecker Mittelschule zusammen mit den Jugendlichen aus dem TPZ Uniied-Rennen bestreiten. Darüber hinaus wurde Horst Schlisio 2009 vom Deutschen Kanuverband (DKV) zum Referenten für Behindertensport berufen. In dieser Funktion trug er unter anderem zur Gründung von Behindertensportgruppen im Kanusport in Sachsen- Anhalt und Brandenburg bei. 2011 wurde er zum Referenten für Parakanu-Leistungssport im DKV berufen. Dieses Amt musste er 2013 aus gesundheitlichen Gründen abgeben. In dieser Zeit trug er wesentlich zur Entwicklung des Parakanu-Leistungssports bei. Auf seine Arbeit sind die jüngsten Erfolge deutscher Parakanuten zurückzuführen, die er als Cheftrainer 2010 bis 2013 betreut hat. In seine Amtszeit wurde bereits der erste deutsche Weltmeistertitel im Parakanurennsport eingefahren. »In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kanuverband haben Sie den Grundstein für Parakanu-Rennsport in Deutschland gelegt. Keiner hätte die geschlossene Kooperation zwischen dem DKV und dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) besser mit Leben erfüllen können. Sie haben sich äußerst erfolgreich für die Integration behinderter Kinder und Jugendlicher im Kanusport bemüht. Durch Ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz haben Sie Brücken zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen gebaut«, führte die Staatsministerin aus. Weiter sagte sie: »Lieber Herr Schlisio, wenn jemand ein großes Herz für behinderte Kinder und einen unerschöplichen Sportsgeist hat, dann sind Sie es. Sie sind ein Vorbild für Ihre Mitmenschen.« Quelle: www.rollstuhlsport.de IN EIGENER SACHE Interesse am Langlauf? FB Wintersport möchte sein Angebot erweitern ■ Der Wintersport besteht nicht nur aus dem alpinen, sondern er umfasst auch den nordischen Skilauf. Gerne würde der Fachbereich Wintersport auch Langlauf in seinem Winterprogramm 2017/18 aufnehmen. Da aber auch hier teure Langlaufschlitten angeschafft werden müssen (diese sollen auch in den Verleih gehen), geeignete Skigebiete und Unterkünfte gefunden werden müssen, hoffen wir auf eure Mithilfe. Teilt uns doch bitte unter wintersport@rollstuhlsport.de mit, was ihr von dieser Idee haltet und ob ihr Interesse an diesem Sportangebot hättet. Stefan Deuschl, Leiter FB Wintersport NEUE DRS-VEREINE Als neue Rollstuhlsportgruppe im DRS begrüßen wir: BADMINTON VEREIN DARMSTADT E. V. Wickopweg 3, 64289 Darmstadt Ansprechpartner: Sabine Fröhlich Fon 06151/6694972 Mail: verein@bvdarmstadt.de www.bvdarmstadt.de Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2017 9

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