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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2017

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Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

”Unser Team hat sich

”Unser Team hat sich in den letzten Jahren toll entwickelt. Bundestrainer Ralf Rombach Handlungsbedarf. »Deswegen waren die Test-Wettkämpfe absolut sinnvoll und notwendig«, berichtet Wolf. Hin- und Rückfahrt zum Skigebiet haben jeweils eine Stunde gedauert, die Gondeln liefen an einem Tag nicht und waren zudem für die Rollstuhlfahrer ebenso wie die sanitären Anlagen, von denen es noch zu wenige gab, »noch nicht optimal«, wie es der Bundestrainer bezeichnet. Zudem erschwerten die Baustellen knapp ein Jahr vor Beginn der Spiele den Ablauf besonders für die Athletinnen und Athleten im Rollstuhl. gemacht und richtig gut funktioniert. Ich fühle mich auf der Piste super wohl und nehme viel Selbstvertrauen mit in den Sommer und nächstes Jahr zu den Spielen«, sagt die fünffache Paralympicssiegerin von Sotschi 2014. Andrea Rothfuss freut sich bereits auf die Duelle mit Konkurrentin Marie Bochet Deutlich verbessert war nach Umstellungen am Monoskigerät im Anschluss an die Weltmeisterschaft auch Anna-Lena Forster unterwegs. Die 21-Jährige sammelte neben Gold im Slalom noch einmal Silber und zweimal Bronze. Die frischgebackene Doppel-Weltmeisterin Andrea Rothfuss (27, Freudenstadt/ VSG Mitteltal) musste sich in Pyeong- Chang mit dreimal Platz zwei und einmal Rang drei begnügen. In allen fünf Wettbewerben ganz vorne landete die Französin Marie Bochet, die Rothfuss bei der WM Anfang des Jahres noch zweimal bezwingen konnte. »Nach meiner langen Verletzung im vergangenen Jahr habe ich meine Form von Januar nicht ganz halten können, doch ich freue mich schon auf die Duelle mit Marie in der nächsten Saison. Schließlich habe ich bei der WM gesehen, was möglich ist«, betont Rothfuss kämpferisch. OBEN Anja Wicker sicherte sich in Sapporo/ Japan den Sieg im Biathlon-Gesamtweltcup RECHTS Siegerin im Gesamtweltcup (Damen stehend): Andrea Rothfuss. Die vielen hervorragenden Platzierungen der deutschen Athletinnen in diesem Winter bedeuteten zugleich den Gewinn der Nationenwertung bei den Damen. Dagegen kämpfte Monoskifahrer Georg Kreiter (32, Wolfratshausen/RSV Murnau) nach einem heftigen Sturz beim vorherigen Weltcup im japanischen Hakuba mit Nackenbeschwerden und konnte dadurch seine Leistung nicht abrufen. »Er hat trotzdem viele Einblicke mitgenommen, was ihn nächstes Jahr hier erwarten wird, sowohl mit Blick auf die Strecke als auch auf das Drumherum«, sagt Bundestrainer Wolf. Abseits der Pisten gibt es am Austragungsort der Paralympics allerdings noch »Vieles hat noch nicht geklappt und wir hoffen, dass wir in einem Jahr bessere Bedingungen vorinden. Die langen Fahrzeiten täglich schlauchen und man hat gemerkt, dass Südkorea im Behindertenskisport noch nicht allzu viele Erfahrungen hat«, sagt Wolf. Eine unvergessliche Saison für Martin Fleig, Premieren- Sieg für Clara Klug Über kurze Wege freuten sich hingegen die deutschen Biathleten und Langläufer. Deren Wettkampfstätte ist nur unweit des ➜➜ Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2017 19

FACHBEREICHE ➜➜ Foto: Anthony Kahlfeldt Paralympischen Dorfs und des Deutschen Hauses Paralympics, das einige Athletinnen und Athleten bereits vor Ort unter die Lupe nehmen durften. Und auch auf den Strecken kam das deutsche Team bestens zurecht. Zwar war der Schnee bei teils hohen Temperaturen nass und tief und die Loipe technisch anspruchsvoll, doch die Generalprobe lief äußerst erfolgreich. Die sehbehinderte Clara Klug (22, München/Post München) feierte ihren ersten Weltcupsieg und zudem noch einen dritten Platz, Martin Fleig (27, Freiburg/ RIG Freiburg) jubelte über Doppel-Gold, Anja Wicker (25, Stuttgart/MTV Stuttgart) holte Gold sowie Bronze und Andrea Eskau (26, Apolda/HSC Magdeburg) erreichte dreimal Rang zwei und einmal Rang drei. Kristallkugel als Krönung der Saison Die Krönung der Saison gelang Wicker und Fleig beim anschließenden Weltcup- Finale in Sapporo (Japan), wo sie sich die begehrte Kristallkugel für den Biathlon- Gesamtweltcup schnappten. Für Anja Wicker war es nach 2015 die zweite Kugel, für Martin Fleig war es die Premiere. »Diese Saison wird für mich unvergesslich bleiben. Der Gesamtweltcup bedeutet für mich sehr viel, da ich schon lange im Sport dabei bin und es meine erste Kristallkugel ist«, sagt der 27-jährige Freiburger. Mit Kristallkugeln und zahlreichen Medaillen im Gepäck kehrt die deutsche Mannschaft von der erfolgreichen Asien- Tournee zurück. »Unser Team hat sich in den letzten Jahren toll entwickelt«, lobt Bundestrainer Ralf Rombach, fügt aber mahnend an: »Wir müssen auch bedenken, dass die starke russische Mannschaft in diesem Winter nicht dabei war. Wir sollten daher nicht übermütig werden, sondern weiter hart arbeiten.« Damit auch in einem Jahr in PyeongChang Erfolge bei den Paralympics gefeiert werden können. »Es war superschön in Südkorea. Und ich freue mich schon darauf, nächstes Jahr wiederzukommen«, sagt Anja Wicker. Kevin Müller Vor der WM war das deutsche Team noch guter Dinge. ROLLSTUHLCURLING WM-Klassenziel nicht erreicht DIREKTE QUALIFIKATION FÜR WM 2019 VERFEHLT! ■ Die Enttäuschung ist groß: Bei den Weltmeisterschaften im Rollstuhlcurling in PyeongChang hat die deutsche Nationalmannschaft am Ende nur den neunten Platz belegt und damit den Klassenerhalt verpasst. Im Entscheidungsspiel gegen die Schweiz gab es für das Team von Cheftrainer Bernd Weißer eine deutliche 3:11-Niederlage. Dabei hätte Rang acht gereicht, um den Abstieg zu verhindern. Doch mit zwei Pleiten gegen die Schweiz, zunächst im letzten Vorrundenspiel und dann im entscheidenden Tie-breaker, verspielte die deutsche Mannschaft eine eigentlich ordentliche Ausgangsposition nach einem Turnier mit Licht und Schatten. Durch den Abstieg hat das Team auch die direkte Qualiikation für die WM 2019 verpasst. Der Trost: In einem Jahr darf die Mannschaft nach Pyeongchang zurückkehren – und es dann bei den Paralympischen Spielen besser machen. Quelle: DBS Rollstuhlcurling Weltmeisterschaft Vorrunde Norwegen – Deutschland 15:2 Korea – Deutschland 5:7 Deutschland – China 4:5 Kanada – Deutschland 8:2 Deutschland – USA 7:2 Finnland – Deutschland 5:7 Russland – Deutschland 9:6 Deutschland – Schottland 3:6 Deutschland – Schweiz 3:6 Tie-Breaker Deutschland – Schweiz 3:11 Endstand 1. Russland 2. Schottland 3. China 4. Norwegen 5. Kanada 6. Korea 7. USA 8. Schweiz 9. Deutschland 10. Finnland 20 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 04/2017

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