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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2018

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Informationsschrift des Deutschen Rollstuhlsportverbandes

TITEL Nach dem ersten

TITEL Nach dem ersten Para Ski nordisch und Para Biathlon Weltcup im kanadischen Canmore zieht Bundestrainer Ralf Rombach ein positives Fazit. Nachdem Andrea Eskau dreimal im Langlauf siegte, knackten die sehbehinderten Athleten Clara Klug, Vivian Hösch und Nico Messinger im Biathlon die Norm für die Paralympics in PyeongChang. Steffen Lehmker erzielte sein bestes Karriere-Ergebnis mit Rang vier über 15 Kilometer. Clara Klug und ihr Guide Martin Härtl hatten gleich am ersten Tag des Para Biathlon Weltcups Grund zur Freude. Die 23-Jährige vom SK Nesselwang überquerte nach 12,5 Kilometern als Zweite die Ziellinie und erfüllte damit die Norm für die Paralympischen Spiele im März 2018. Die zweite Deutsche in der Konkurrenz der Sehbehinderten, Vivian Hösch vom Ring der Körperbehinderten Freiburg, PARA SKI NORDISCH / PARA BIATHLON-WELTCUP Vielversprechender Auftakt in Canmore DREIFACHER LANGLAUF-ERFOLG FÜR ANDREAI ESKAU – NORMEN FÜR PYEONGCHANG GEKNACKTI Fotos: Ralf Kuckuck/DBS-Akademie Vivian Hösch mit ihrem Guide war wie Klug lange auf Podiumskurs, iel nach zwei Fehlern beim letzten Schießen aber noch auf den fünften Rang. Steffen Lehmker erzielte in der stehenden Konkurrenz der Herren über 15 Kilometer seine bislang bestes Karriere-Ergebnis. Der 28-Jährige aus Bad Bevensen wurde mit einem Schießfehler Vierter. »Das Podest rückt immer näher. Darüber freu ich mich riesig«, sagte Lehmker nach dem Rennen. Alexander Ehler belegte in der gleichen Startklasse Rang sechs. Andrea Eskau verpasste in der sitzenden Konkurrenz der Damen mit Platz vier das Podest nur denkbar knapp. Anja Wicker landete in der gleichen Klasse auf Platz neun. Martin Fleig beendete mit ungewöhnlichen vielen Schießfehlern das Rennen auf Rang sieben. Über die Sprintdistanz wurden die Karten neu gemischt. Vivian Hösch knüpfte mit ihrem Guide Florian Schillinger an die gute Leistung aus dem ersten Rennen an und sicherte sich in der Klasse der sehbehinderten über sechs Kilometer Rang zwei und somit ebenfalls die Norm für die Paralympics. Am Schießstand blieb die 26-Jährige fehlerfrei und ließ sich den Podestplatz in der Loipe nicht mehr nehmen. Clara Klug überquerte direkt hinter ihrer Mannschaftskollegin Hösch die Ziellinie und wurde trotz Sturz in der ersten Runde Dritte. Auch Nico Messinger vom Ring der Körperbehinderten Freiburg überzeugte in der Konkurrenz der Sehbehinderten über die Sprintdistanz. Nachdem der 23- Jährige mit seinem Guide Lutz Klausmann das erste Rennen aufgrund von Rückenbeschwerden abbrechen musste, verpasste er im Sprint mit nur 6,3 Sekunden haarscharf das Podest. Mit Platz vier hinter drei russischen Athleten, die unter neutraler Flagge in Canmore starteten, sicherte auch er sich die Norm für die Paralympics. »Das war mein bestes Rennen bisher. Ich bin super zufrieden«, jubelte Messinger. Auch Martin Fleig verpasste mit Platz vier in der sitzenden Konkurrenz das Podest nur knapp. Anja Wicker beendete den Sprint auch Rang sechs. In der gleichen Klasse landete Andrea Eskau nach fünf Strafrunden auf Rang acht. Steffen Lehmker und Alexander Ehler belegten in der stehenden Konkurrenz Rang sechs und neun. In der Verfolgung verteidigte Vivian Hösch ihren Platz auf dem Podest und lief nach Rang zwei im Spint als Dritte ins Ziel ein. Für Clara Klug und Guide Martin Härtl lief es hingegen nicht nach Plan. Nach einem Sturz musste sie das Rennen abbrechen. Auch Nico Messinger und Lutz Klausmann überquerten die Ziellinie nicht. Muskuläre Probleme bei Messinger führten zu einem Rennabbruch. Martin Fleig und Anja Wicker hatten in der sitzenden Konkurrenz am Schießstand mit starken Windböen zu kämpfen. Fleig vom Ring der Körperbehinderten Freiburg erkämpfte sich trotz dieser schweren Bedingungen erneut Rang vier. Anja Wicker landete auf Rang zehn. Andrea Eskau fand nach Problemen am Schießstand in den ersten beiden Rennen mit Rang fünf in der Verfolgung ein versöhnliches Ende. Mit Grund dafür war die Hilfsbereitschaft des kanadischen Teams, das bei der Reparatur der Waffe aushalfen. Insgesamt war der Bundestrainer mit dem ersten Auftritt des Winters durchaus zufrieden. »Wir hatten schon schlechtere Starts in die Saison«, sagte er. Läuferisch sieht Rombach seine Athleten größtenteils »auf einem guten Weg«. Vom 20. bis 28. Januar 2018 folgt der Heim-Weltcup in Oberried. Quelle: Ben Schieler 22 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2018

SPORT VOR ORT Fotos: Tanja Marx ROLLSTUHL-RUGBYI Augsburger beenden Münchner Siegesserie ›Chairiots‹ gewinnen Bayerische Meisterschaft 2017 In den letzten sechs Jahren, seit Bestehen der Bayerischen Meisterschaft, stand schon zu Turnierbeginn zumindest ein Finalist mit Sicherheit fest. Auch wenn sich die Voraussetzungen für die Kontrahenten in den letzten Jahren stetig verbessert hatten, führte kein Weg an den ›Munich Rugbears‹ vorbei. Waren die Augsburger letztes Jahr auf Grund von krankheitsbedingten Ausfällen noch chancenlos, wollten die Dauerrivalen aus der Nachbarstadt dieses Jahr bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitreden. Erfreulichweise konnte mit den Bayreuth 99ers/Maintigers Würzburg wieder ein Team aus Nordbayern an den Start gehen. Mit den Augsburg Chairiots und den Munich Rugbears trafen somit drei bayerische Teams sowie die Gastmannschaft ›Rug’n Rolls‹ aus Dresden in der Halle des TSV Milbertshofen/München aufeinander. Anfang Dezember wurde im Turniermodus ›Round-Robin‹ mit verkürzter Spielzeit von 4 x 6 Minuten der Bayerische Meister 2017 ermittelt. In den ersten Spielen dominierten die Münchner von Beginn an ihre Gegner und zeigten eindrucksvoll warum sie jedes Jahr als Titelfavorit antreten. Überlegen mit 22 bzw. 20 Toren gewannen sie ihre Partien gegen Bayreuth und Dresden. Auch die Augsburger stellten in den ersten Spielen ihre positive Entwicklung der letzten Jahre unter Beweis und ließen den gegnerischen Teams wenig Chancen, ins Spiel zu kommen. Am Ende siegten sie gegen Bayreuth und Dresden souverän. Die Bronzemedaille wurde schließlich zwischen den Rug´n Rolls Dresden und den Bayreuth 99ers/Maintigers Würzburg ausgespielt. Die Spiele zuvor deuteten darauhin, dass es ein Wettkampf auf Augenhöhe sein würde. So lagen beide Teams zu Beginn noch eng beieinander. In der zweiten Halbzeit jedoch konnten die Dresdner ihre knappe Führung ausbauen und gewannen, obwohl sie keine Wechseloption hatten, auf Grund ihres besseren Zusammenspiels verdient mit 37:24 den 3. Platz. Im letzten Spiel München gegen Augsburg sollte es zu einem echten Finale um die Meisterschaft kommen. Nach dem gewonnenen Hochball der Chairiots entwickelte sich eine hoch spannende Begegnung, in der sich die Augsburger sukzessive bis zur Halbzeit eine Zwei-Punkte- Führung erarbeiten konnten. Im dritten Viertel, in das die Münchner mit frischen Spielern starteten, schrumpfte die zwischenzeitliche Vier-Punkte- Führung auf nur ein Tor zum Ende des Viertels. Die Kräfte und Konzentration der Augsburger schienen Mitte des letzten Viertels nachzulassen und so gelang es den Münchnern mit druckvollem Spiel den Punktestand auszugleichen und sogar mit einem Tor in Führung zu gehen. Der anschließende, übermotivierte Einsatz des Münchner Kapitäns, der das sichere Ausgleichstor verhindern wollte, wurde jedoch mit einem ›Penalty Goal‹ und einem ›Flagrant Foul‹ bestraft. Ein Bärendienst für die Rugbears. Die Chairiots nutzten die zweiminütige Strafzeit, drehten im Überzahlspiel die Führung und Die Zuschauer sahen viele packende Begegnungen. Hier eine Szene aus dem Spiel Dresden (orange) gegen Bayreuth. spielten die Zeit herunter. Am Ende gewannen die Augsburg Chairiots, nach jahrelanger Dominanz der Münchner, knapp aber verdient mit 28:27 zum ersten Mal die Bayerische Meisterschaft. Ein besonderer Dank geht an die Mannschaft aus Dresden, die trotz kurzfristiger Absage ihrer Auswechselspieler die lange Anreise auf sich genommen und so dazu beigetragen hatten, das Turnier mit über weite Strecken spannenden Finalspielen erfolgreich durchzuführen. Robert Teichmann Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2018 23

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